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Ampel für Lebensmittel könnte bald kommen

Montag 13. Januar 2020

Kommt sie? Kommt sie nicht? Und wenn ja: in welcher Form? Die Ampelkennzeichnung für Lebensmittel wirft weiter Fragen auf. Nun hat sich Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner für ein Modell, den Nutri-Score, ausgesprochen.

Bislang konnte sich die Europäische Union nicht auf eine einheitliche Regelung einigen. Länder wie England und Frankreich haben die Lebensmittelkennzeichnung dennoch auf freiwilliger Basis eingeführt.

In England stehen bereits seit 2013 mehrere Ampeln auf der Packung: für Fett, gesättigte Fettsäuren, Zucker und Salz. Um die Farbe Grün (gesundes Lebensmittel) zu enthalten, dürfen in 100 Gramm eines Produkts maximal drei Gramm Fett, 1,5 Gramm gesättigte Fettsäuren, fünf Gramm Zucker und 0,3 Gramm Salz enthalten sein.

Frankreich hat 2017 den Nutri-Score eingeführt, den die Schweiz und Belgien bereits übernommen haben. Hier werden mehrere Bestandteile eines Produktes bewertet und zu einem Punktwert verrechnet. Er wird dann auf einer fünfstufigen Farbskala von Grün bis Rot dargestellt.

Die Organisation Foodwatch und die Verbraucherzentrale in Deutschland sind für den Nutri-Score. Inzwischen haben auch Lebensmittelkonzerne wie Nestle angekündigt, die Ampel freiwillig verwenden zu wollen. In Österreich, das eine abwartende Position einnimmt, hat Danone als erster Lebensmittelkonzern einige Produkte freiwillig nach dem Nutri-Score gekennzeichnet.

Ende September sprach sich nun Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU), die eigentlich keine Befürworterin der Ampel ist, für den Nutri-Score aus. Damit dürfte die Zeit des Wartens und Diskutierens hierzulande zu Ende gehen.

Nach der Konsultation der Lebensmittelwirtschaft und der Verbraucher sowie der Notifizierung der Regelung durch Brüssel könnte der Nutri-Score als nationale Regelung in Deutschland im Frühjahr 2020 in Kraft treten. Sollte ein anderer Mitgliedsstaat dagegen Bedenken anmelden, könnte es sich bis kommenden Sommer verschieben.

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) äußert sich weiter kritisch zur geplanten Kennzeichnung. Der DGE zufolge fehlt die wissenschaftliche Basis für die Ampelkennzeichnung. Unbestritten sei die Ampel ein denkbares Modell für eine vereinfachte Bewertung der Lebensmittelzusammensetzung. Aber: „Zu große Spannen im Nährwertgehalt, die für die Farbgebung zugrunde gelegt werden müssten, machen eine Vergleichbarkeit von Lebensmitteln fast unmöglich.“

Beispiel Fett: Lebensmittel mit einem Gehalt von 3 bis 20 g Fett je 100 g erhielten eine gelbe Farbe. Zwischen diesen Werten lägen jedoch Welten. „Man kann Lebensmittel mit 3 g Fett (27 Kalorien aus Fett) nicht mit Lebensmitteln vergleichen (und mit derselben Farbe versehen), die 20 g Fett enthalten und somit 180 Fettkalorien mitbringen“, moniert die größtenteils von Bund und Ländern finanzierte Deutsche Gesellschaft für Ernährung.

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