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Der Witty-Jugendförderpreis

Der mit 10.000 € dotierte Witty-Jugendförderpreis wird seit 2008 jährlich vergeben. Das sind die bisherigen Preisträger: Eltern für Afrika, Das Josefsheim in Reitenbuch, Die Brücke, das Frère-Roger-Kinderzentrum, die Drogenhilfe Schwaben, der Landschaftspflegeverband Stadt Augsburg zusammen mit dem Jungen Theater Augsburg, pro Familia in Augsburg, Augsburger Caritas, Zentrum für Aidsarbeit Schwaben (ZAS) der Arbeiterwohlfahrt, Bezirksverband Schwaben, und der Kreisjugendring (KJR) Augsburg-Land.

Auf dem Weg zum Weltenbürger

Jungs und Mädchen, Deutsche und Flüchtlinge nahmen an den jeweils viertägigen Workshops teil, die mit dem Witty-Jugendförderpreis 2017 finanziert wurden. Schon die Zusammensetzung der Teilnehmer verdeutlichte den integrativen Ansatz des Kompetenztrainings. In der Gruppenarbeit stellte sich schnell heraus, dass die unbegleiteten minderjährigen Flüchtlinge, die zumeist aus Afrika stammen, und ihre deutschen Altersgenossen viel mehr verbindet, als sie trennt.
Werte wie Familie, Tradition und den Wunsch, möglichst schnell auf eigenen Füßen zu stehen, teilen alle – egal, ob sie aus Königsbrunn oder Khartum (Sudan) stammen. „Bei Afrika habe ich bislang an Armut, Chaos und UNICEF gedacht. Im Workshop habe ich gelernt, wie viele Länder dieser Kontinent hat und wie vielfältig er ist“, sagte ein deutscher Teilnehmer.

Auch das Projekt, das zum zehnjährigen Jubiläum des Witty-Jugendförderpreises den erstmals ausgelobten Sonderpreis über 5.000 € erhielt, ist erfolgreich angelaufen. Mit dem Preisgeld finanziert die St. Gregor Kinder-, Jugend- und Familienhilfe zahlreichen Kindern aus den Jugendwohngruppen einen Schwimmkurs.

2016: Drei Esel für das Josefsheim

Der Witty-Jugendförderpreis gibt einem Kinderbauernhof Starthilfe. Mit dem Preisgeld erweitert das sozialpädagogische Kinder- und Jugendheim im Fischacher Ortsteil Reitenbuch sein pädagogisches Angebot. Ein alter Stadl des ehemaligen Gutshofs wird zum Stall umgebaut. Hier werden dann Esel, Schafe und Hasen einziehen. Die rund 40 Kinder und Jugendlichen von 6 bis 16 Jahren des Josefsheims Reitenbuch sollen lernen, Verantwortung für die Tiere zu übernehmen. Insbesondere bei Wahrnehmungsstörungen wie ADHS, Angstzuständen und  Selbstwertproblemen kann die tiergestützte Pädagogik viel bewirken: neues Selbstbewusstsein vermitteln und den Aufbau und die Pflege von Beziehungen fördern. Das Projekt hat die vierköpfige Jury um Geschäftsführer Dr. Hubert Witty voll überzeugt. „Ein wirklich stimmiges Projekt, von dem langfristig viele Kinder profitieren werden – und das noch dazu in unmittelbarer Nähe unseres Firmensitzes in Dinkelscherben. Damit können sich alle bei Witty absolut identifizieren.“

Die Brücke: Gegen Gewalt und Aggression

Ein diskreditierendes Foto, dazu ein paar gemeine Worte im Internet veröffentlicht – so schnell ist man in sozialen Netzwerken wie Facebook quasi vor aller Welt bloßgestellt. Das Schlimme daran: Jeder sechste Schüler war Studien zufolge schon einmal Opfer von Cyber-Mobbing. Rund 86 % der Lehrer wünschen sich Angebote und Unterstützung für einen Unterricht zu diesem Thema. „Der Bedarf ist enorm“, sagt Erwin Schletterer, Geschäftsführer des auf Kinder- und Jugendkriminalitätsprävention spezialisierten Vereins Die Brücke. Mit dem Witty-Jugendförderpreis 2015 können Brücke-Pädagogen 28 Schulklassen und damit rund 900 Schüler der 6. bis 8. Jahrgangsstufe für die unterschiedlichen Formen von Gewalt wie (Cyber-)Mobbing sensibilisieren.Denn so wichtig Schulen und Lehrkräften das Thema auch ist – oft fehlt schlicht das Budget dafür, Fachleute in die Klassen zu holen.

2014: Frère-Roger-Kinderzentrum

Ohne Schulabschluss kaum Chancen auf dem Arbeitsmarkt. Mangels Perspektive steigt die Gefahr, dass Jugendliche in die Perspektivenlosigkeit abdriften. Genau das will die „Schule in der Werkstatt“ des Frère-Roger-Kinderzentrums seit acht Jahren im Augsburger Nord-Westen verhindern. Jugendhilfe und Schulen arbeiten eng zusammen, um chronische Schulverweigerer wieder in einen geregelten Schulalltag zu integrieren. Am Pferseer Feld 18 entsteht ein pädagogisch betreuter Erlebnisplatz, auf dem sich Kinder und Jugendliche nach Herzenslust austoben können: mit Tieren, Holzhütten, Gemüsebeeten und nun auch einem Niedrigseilgarten. Er wird im Spätherbst eingeweiht und öffentlich zugänglich sein. Ein Projekt von Jugendlichen für Jugendliche. Erstmals wird nun ein erlebnispädagogisches Vorhaben gefördert – noch dazu mit Langzeitwirkung.

Drogenhilfe Augsburg: Projekt SuPrA Mini

Drogen, Alkohol, krankhafte Mediennutzung: Die Suchtgefahr bei Kindern und Jugendlichen steigt. Um gegenzusteuern, wird Prävention immer wichtiger – je früher, desto besser, sagen Experten. Genau da setzt die Drogenhilfe Schwaben mit ihrem Projekt SuPrA Mini (Sucht-Prävention im Raum Augsburg) für Grundschüler an, das 2013 mit dem Witty-Jugendförderpreis ausgezeichnet wurde. „Dank des Preisgeldes können rund 25 Schulklassen das mehrstündige Präventionsprogramm durchführen“, freute sich Geschäftsführerin Gerlinde Mair. Denn oftmals scheitere die nötige Prävention am fehlenden Geld der Schulen oder der Eltern. Deshalb fließt das komplette Preisgeld in Höhe von 10.000 € in die Präventionsarbeit und kommt somit rund 600 Schulkindern zugute.

Theater- und Umweltprojekt „Tatort Stadtwald“

Der Witty-Jugendförderpreis 2012 ging an den Landschaftspflegeverband der Stadt Augsburg und das Junge Theater Augsburg. Mit dem Preisgeld konnte ein neues Theaterprojekt realisiert werden. Im Mittelpunkt des Theaterstücks des Jungen Theaters Augsburg stehen bayerische „Ureinwohner“; Tiere und Pflanzen, die größtenteils nur Fachleuten bekannt sind wie die Harpa-Ameise, die falschen Gottesanbeterin, der Stinkende Heinsalat und der gelbfrüchtige Kälberkopf. „Diese Arten sind im Gegensatz zu Robbenbabys schwer vermittelbar. Darum versuchen wir es mit einem Theaterstück über die kulturelle Schiene“, sagt Nicolas Liebig, Geschäftsführer vom Landschaftspflegeverband Stadt Augsburg (LPV). Der LPV Augsburg setzt sich für den Erhalt der reichhaltigen Natur im Stadtgebiet ein (immerhin 25 % stehen unter Natur- und Landschaftschutz) und kümmert sich mit der Umweltstation um die Wissensvermittlung. Deshalb wird das Theaterstück von einem Workshop und einem Praxisteil abgerundet, bei dem Umweltpädagogen mit den Kindern die Tiere und Pflanzen in der Natur aufspüren.

Caritas: Ein Kurs der Appetit macht

Jung, knackig, frisch: Unter diesem Motto bietet die Caritas in ihrem Sozialzentrum Kochkurse für Jugendliche in Beschäftigungsinitiativen an. Bis zu zehn arbeitslose Jugendliche, die in Beschäftigungsinitiativen an eine Berufsausbildung herangeführt werden, lernen in Grund- und Aufbaukursen das Kochen. Am liebsten würden sie ja immer Pizza backen, doch Küchenleiterin Rebecca Rückert will den Jugendlichen einen umfassenden Einblick in die Welt der Nahrungsmittel vermitteln.

Preis 2010 an pro familia aus Augsburg

Der Verein, der bislang vorwiegend in der Schwangeren- sowie Ehe- und Familienberatung tätig ist, verwendet das Preisgeld als Starthilfe für ein neuartiges Programm, das Mädchen mit Down-Syndrom in der Pubertät betreut und begleitet.  Das auf drei Jahre angelegte Pilot-Projekt hat die vierköpfige Jury, darunter Geschäftsführer Dr. Hubert Witty und sein Bruder Stefan Witty, überzeugt. „US-amerikanische Studien zufolge, wonach 80 % der behinderten Frauen Opfer sexueller Gewalt werden, belegen die Bedeutung dieses neuen Beratungsangebots“, sagte Dr. Hubert Witty, der mit dem Preis im dritten Jahr in Folge Sozialprojekte für Jugendliche im Raum Augsburg unterstützt.

10 000 Euro für Projekt STARKE MÄNNER

Das Zentrum für Aidsarbeit Schwaben (ZAS) der Arbeiterwohlfahrt intensiviert mit dem Jugendöfrderpreis seine Aufklärungsarbeit. Aus neun Projekten kürte eine Jury, darunter Witty-Geschäftsführer Dr. Hubert Witty und sein Bruder Stefan Witty, das AWO-Projekt „Starke Männer“. „Die Zahl der HIV-Infizierten steigt wieder, auch in unserer Region. Aufklärung bei jungen Leuten tut mehr denn je not. „Jetzt können wir ein Projekt umsetzen, für das wir sonst weder das Personal noch die finanziellen Mittel hätten“, freute sich Ulrike Alban-El Bidani, Leiterin des ZAS. Für dieses heikle Thema gewinne man nur schwer Spender. Dass die Firma Witty-Chemie dagegen ganz gezielt mit dem Preis das Bewusstsein für das Thema Aids schärfen wolle, sei ein Glückfall.

Viel Applaus fürs Ferienprojekt

Der erste Preisträger, der Kreisjugendring (KJR) Augsburg-Land, konnte damit ein theaterpädagogisches Freizeitprojekt in den Herbstferien anbieten. „Ohne den Witty-Jugendförderpreis wäre das nicht möglich gewesen“, sagte die KJR-Vorsitzende Stefanie Fuß. Profis des Jungen Theater Augsburg unterrichteten die 32 Kinder aus dem Raum Augsburg in Tanz, Schauspiel, Jonglage und Akrobatik. Mit einer umjubelten Aufführung im voll besetzen Pfarrzentrum Dinkelscherben endete das fünftägige Projekt.